Als Digitalagentur beschäftigt sich Moccu mit Interfaces und Digitalisierung. In diesem Zusammenhang betrachtet Moccu genau, wohin die Reise mit den „Connected Cars“ geht, denn im Gegensatz zu den Automobilherstellern kennt sich die Agentur mit digitalen Interfaces, mit „Mensch – Maschine (sogenannten HMIs – „Human Machine Interfaces“) aus. Ziel ist es, dem Kunden eine möglichst gute digitale Customer Experience zu bieten und neuen Ansprüchen gerecht zu werden. Das ist die Expertise einer Digitalagentur wie Moccu und digitale Kompetenz spielt im Automobilbereich eine immer größer werdende Rolle. Die Automobilhersteller lassen sich von dieser neuen Entwicklung jedoch nicht einschüchtern:

„Wenn wir morgen ankündigten, dass Daimler künftig Smartphones baut, würde das Apple nicht beunruhigen oder aus der Bahn werfen. Und das gilt auch für uns“,

sagt der Vorstandvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche in der Welt. Doch können die klassischen Automobilhersteller sich ihrer Sache wirklich so sicher sein?

 

Was sind eigentlich „Connected Cars“?

Als Connected Car wird ein Fahrzeug bezeichnet, das Internetzugang und meistens auch WLAN besitzt. Diese Ausstattung ermöglicht es dem Fahrzeug, die Internetverbindung mit anderen Geräten zu teilen. Oft werden spezielle Technologien im Fahrzeug angewendet, damit diese Konnektivität auch dem Fahrer Vorteile bringt. Als Beispiel kann eine automatische Warnung bei Unfällen, Informationen zur Strecke, Überschreitung der Geschwindigkeit auf Basis von ortsspezifischen Daten sowie Sicherheitswarnungen genannt werden. Bedeutet das aber, dass nun alles möglich ist? Nur weil das Auto jetzt „connected“, also mit dem Internet und digital mit anderen Fahrzeigen verbunden ist?

Warum es ohne Connected Cars nicht mehr geht

BMW Chef Harald Krüger sagt in der ZEIT: „Die digitale Vernetzung der Fahrzeuge wird ein mindestens genauso wichtiger Kaufgrund sein wie Design und Marke.“

Der ursprüngliche Kundennutzen vom ganz „normalen“ Auto vervielfacht sich! Das Auto ist also nicht mehr nur der „fahrbare Untersatz“, der sich von A nach B bewegt, sondern es wird zum Kommunikationsgerät, ist für Social-Networking- und E-Commerce relevant und nimmt zudem Themen wie Unterhaltung und digitale Serviceleistungen ins Visier. Mit anderen Worten: Das alleinstehende Produkt – also das Auto an sich – ist nicht mehr konkurrenzfähig. Das Auto ist zukünftig nicht nur Hardware, sondern Hardware plus Software und damit werden Fahrzeughersteller zu Dienstleistungsunternehmen.

Car 1.0 Moccu

„Auto 1.0“ vs. „Auto 2.0“ – das herkömmliche Fahrzeug wird zum komplexen digitalen Dienstleistungsapparat

Grafik Auto 2.0 Moccu

„Auto 1.0“ vs. „Auto 2.0“ – das herkömmliche Fahrzeug wird zum komplexen digitalen Dienstleistungsapparat Quelle: Moccu

Das bedeutet für die Automobilhersteller, dass sie einem kompletten Wandel in der Branche gegenüberstehen, den es vorher in den letzten 100 Jahren nicht gegeben hat. Doch in diesem Fortschritt liegt auch eine große Chance für neue Geschäftsmodelle in diesem Arbeitsbereich – Raum für neue Ideen und Entwicklungen, die für die Herstellung und Ausstattung von Autos eine wesentliche Rolle spielen.

Gleichzeitig birgt dies aber auch eine Gefahr, denn: Was passiert, wenn die Automobilfirmen es nicht hinbekommen, hochwertige Angebote zu schaffen und gar den Anschluss verpassen? Wenn die Automobilhersteller auf eigene Lösungen im Softwarebereich setzen, dann können sie Gefahr laufen, dass die anderen Produkte, die von Fremdherstellern kommen (z.B. Google, Apple…), besser sind. Dann kann es passieren, dass also ein bisher nicht so renommierter kleinerer Automobilhersteller einen kompetenteren digitalen Partner hat und damit plötzlich besser dasteht als ein Unternehmen wie beispielsweise die Premium-Marke Mercedes, die vielleicht versucht, eine eigene Lösung zu finden.

 

Was sich verändern wird: Neue Erlösquellen entstehen

Laut Capgemini bedeuten mehr Connected Cars mehr Verbindungen und Entwicklungspotential im Aftermarket – also dem Verkauf von zugehörigen Teilen und Dienstleistungen – und damit gleichzeitig mehr Umsatz. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bedeutung digitaler Technologien im Informations- und Kaufprozess. Viele können mitverdienen, z.B. Kommunikations- und Verbindungsanbieter, Werbetreibende, App-Entwickler, Infotainment- und Werbetreibende, Fahrzeughersteller und -handel, Fahrzeugservice, -versicherung und -verleih. So ist es beispielsweise gut vorstellbar, dass das Auto einem auf dem Weg zur Arbeit künftig Frühstückstipps mit aktuellen Preisvergleichen für den morgendlichen Kaffee liefert.

Indem es mehr Digitalisierung in diesem Bereich gibt und immer mehr sogenannte „Connected Car Connections“ entstehen, gibt es auch immer mehr Berührungspunkte für den Verkauf von zugehörigen Teilen und Dienstleistungen im Automobilbereich. Darin liegt ein großes Potential, dass sich mehr Erlösquellen und neue Geschäftsmodelle auftun: Die Evolution der „Connected Cars“ in den letzen Jahren und die voraussichtliche Veränderung auch in Bezug auf den Aftermarket. Eine große Chance für die Automobilhersteller besteht darin, dass in sie ein sehr großes Vertrauen gesetzt wird, wenn es beispielsweise um das Thema Datensicherheit geht. Dieser Vorteil sollte gegenüber den neuen Teilnehmern genutzt werden, die in den Markt eintreten.

 

Fünfmal so viel Marktvolumen bis 2020

Laut einer aktuellen Branchenstudie von McKinsey bringt der Einzug neuer Technologien eine Neuordnung der Automobilindustrie mit sich. Das Marktvolumen für Connectivity-Dienste verfünffacht sich bis 2020 – Connectivity-Angebote können Marktanteile verschieben und Servicegeschäft verändern.

Der weltweite Markt für Connectivity-Komponenten und -Dienste wird sich bis zum Jahr 2020 von heute 30 Mrd. Euro auf dann 170 Mrd. Euro mehr als verfünffachen. Für Automobilhersteller ist es aus Sicht der Studie daher entscheidend, an drei kritischen Punkten die Kontrolle zu bewahren. Sie müssen aufpassen, dass sie die Hoheit über die digitale Revolution nicht den Internetunternehmen überlassen:

 

  • HMI (Human-Machine Interface): Die integrierte Bedienung der Dienste und Apps im Auto ist ein Alleinstellungsmerkmal der Automobilhersteller. Neue Technologien wie beispielsweise Projektionen auf Windschutzscheiben, die diese Vernetzung intuitiv, komfortabel und sicher gestalten, bieten Herstellern die Möglichkeit, ihre Wettbewerbsfähigkeit in diesem Bereich zu behaupten.

  • Echtzeit-Fahrzeugdaten: Anonymisierte Daten zum Zustand und zur Nutzung des Fahrzeugs sind Grundlage für Versicherungs- und Wartungsleistungen, aber auch vieler anderer Dienste. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich viele Kunden um die Datensicherheit sorgen, ist dies ein entscheidender Kontrollpunkt.

  • Geoinformationen in Echtzeit: Aktuelle Daten zur Verkehrslage, Warnung vor Glatteis und ortsspezifische Dienste können nur über Echtzeit-Geoinformationen angeboten werden. Gemeinsam mit Sensordaten im Fahrzeug bilden diese die Voraussetzung für autonomes Fahren. Vernetzte Autos, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, ebnen damit den Weg zum fahrerlosen Fahrzeug.

     

    Quelle: https://www.mckinsey.de/internet-im-auto-wird-marktgewichte-der-industrie-massiv-veraendern

     

Björn Zaske hält Vortrag zu Connected Cars

Moccu Geschäftsführer Björn Zaske beim Vortrag zum Thema „Connected Cars“

©  SVV – Süddeutscher Verlag Veranstaltungen

Das Internet im Auto wird Marktgewichte in der Industrie massiv verändern

Was lässt sich abschließend zum Thema „Connected Cars“ festhalten? Ein Ziel für die Automobilindustrie sollte es sein, die neuen Services rund um das Produkt zu entwickeln, die das Leben der Zielgruppe verbessern. Sie muss das Augenmerk stärker auf die Veränderung der Bedürfnisprofile der Kunden richten: Nachhaltigkeit, Individualität, gesellschaftliche Veränderungen, optimierte Kostenposition sowie digitaler Nutzen und interaktive Technologien treten in den Vordergrund, während Luxus, Motorleistung etc. möglicherweise an Gewicht verlieren. Dabei müssen reale Bedürfnisse erst einmal erkannt und nicht, künstlich, „irrelevante“ geschaffen werden.

Die Automobilhersteller sind sich ihrer Sache bisher sehr sicher – die Frage ist allerdings, ob diese Sicherheit berechtigt ist. „Diese digitale Transformation ist bei uns in vollem Gange. Mercedes-Benz wandelt sich vom Automobilhersteller zum vernetzten Mobilitätsanbieter, wobei der Mensch – als Kunde und Mitarbeiter – immer im Mittelpunkt steht. Damit entwickeln wir das Unternehmen konsequent weiter und sichern unsere Zukunftsfähigkeit ab“ (Dieter Zetsche dazu in der Gründerszene).

Die Entwicklung der Connected Cars lässt sich mit der Entwicklung der Mobiltelefone vergleichen: Der Wandel vom einfachen Telefon mit Tasten ohne weitere Fuktionen zum multifunktionalen digitalen Gerät mit Internet, Touchscreen, Kamera, Musik etc. ist ungefähr mit der technischen Weiterentwicklung des Autos gleichzusetzen. Microsoft-Boss Steve Ballmer lachte noch 2007 über Apple und das erste iPhone, ein überteuertes Gerät ohne Tasten. Doch die Geschichte hat ihn eines Besseren belehrt.

Für eine Agentur wie Moccu, die seit Jahren diesen Fortschritt beobachtet und viel Erfahrung im Bereich Digitalisierung und Interfaces mitbringt, ist der Wandel in der Automobilbranche im Bereich der Connected Cars ein unumgängliches Thema. Auch Moccu beschäftigt sich intensiv mit den Thema der digitalen Interfaces und besitzt die Expertise, wie die Konsumenten sich im digitalen Zeitalter verhalten.

Wenn Sie fragen zu diesem Thema haben oder einen kompetenten Berater suchen, schreiben Sie an business@moccu.com.

Links:

Moccu-Präsentation zum Thema „Connected Car“ im Rahmen einer Veranstaltung vom Süddeutsche Verlag Veranstaltungen