SEO, SEA und AI: Potenziale & Praxisanwendungen

KI verändert das Suchmaschinenmarketing auf vielen Ebenen. Welche Potenziale darin liegen und wie AI-Tools unsere Leistungen in SEO und SEA verbessern, verraten wir Ihnen hier.

Christian Stenger SEO Consultant
21.06.2024 16 min Lesezeit

Inhalt

  1. GenAI und die Rolle von ChatGPT
  2. SEO, SEA und AI – wie ist die Lage?
  3. KI-Tools: die Moccu-Favoriten
  4. SEO x KI: unsere 10 Top-Anwendungsfälle
  5. SEA x KI: unsere 5 Top-Anwendungsfälle
  6. Risiken und No-Gos
  7. Fazit: Potenziale in der Praxis

In aller Kürze: SEO, SEA und AI

  • Generative-AI-Tools erzeugen dank LLM-Technologie automatisch Texte, Bilder und mehr.
  • ChatGPT hat einen nie gesehenen Entwicklungsschub in der KI-Technologie ausgelöst.
  • Die Integration von AI in Workflows kann unter den richtigen Bedingungen die Leistung merklich verbessern.
  • Für SEO und SEA teilen wir unsere 15 Top-Anwendungen aus der Agentur-Praxis.
  • Neben den KI-Vorteilen gibt es auch Risiken und No-Gos zu beachten.
  • Fazit: Die Entwicklung von GenAI verändert SEO und SEA schon heute und wird es auch weiterhin.

Zum Begriff “Generative AI” und zur Rolle von ChatGPT

Alle sprechen von „KI“, gemeint ist aber zumeist generative KI bzw. AI, oder kurz „GenAI“.

Das „generativ“ steht dafür, dass die zugrunde liegende Technologie in der Lage ist, automatisch Texte, Bilder, Videos, Musik und vieles mehr zu erzeugen. Das leistet sie nicht, weil sie im Wortsinn intelligent wäre, sondern weil ihr als Large Language Model ein gigantischer Datensatz aus Sprachbausteinen zur Verfügung steht, aus dem sie blitzschnell die statistisch wahrscheinlichsten Kombinationen zusammensetzen kann.

Falls Ihnen der Begriff „GenAI“ noch nicht begegnet ist – der Name ChatGPT ist es sicherlich. Nachdem OpenAI und Microsoft im November 2022 den KI-Chatbot öffentlich zugänglich machten, hatte er schon nach zwei Monaten 100 Millionen Nutzer:innen – und löste einen nie dagewesenen Entwicklungsschub aus, was private und professionelle KI-Anwendungen betrifft.

Der immense Erfolg und Einfluss von ChatGPT beruhen auf simpler Bedienung, großer Vielseitigkeit und textlich wie visuell beeindruckenden Ergebnissen. Das rief nicht nur unzählige weitere Innovatoren (und Trittbrettfahrer) auf den Plan, sondern setzte sogar merklich AI-Pionier Google unter Druck, der als Antwort eine eigene KI-Initiative rund um sein Modell Gemini gestartet und viele Konzepte von OpenAI und Microsoft auch einfach kopiert hat.

All das hat zur Folge, dass die Zahl und Leistungsfähigkeit von GenAI-Tools derzeit rasant zunimmt. Das beeinflusst viele Branchen und Disziplinen tiefgreifend, insbesondere natürlich digitale Felder. Als Agentur, die für Ihre Kunden SEO- und SEA-Dienstleistungen anbietet, können wir aus erster Hand berichten, welche Potenziale sich aus ChatGPT & Co. für die Praxis des Suchmaschinenmarketings konkret ergeben.

SEO, SEA und GenAI: unsere Bewertung der Lage

Der Impact und die Fähigkeiten von GenAI werden überall diskutiert – positiv wie negativ. Früh kam etwa die Furcht auf, KI könnte viele Jobs ersetzen. Doch nach unzähligen Stunden der Auseinandersetzung mit den Tools und ihren Ergebnissen sehen wir das derzeit noch nicht, zumindest nicht für unseren Arbeitsbereich. Menschliche Expertise ist hier noch lange nicht unterlegen und darf aus der Gleichung keinesfalls herausgestrichen werden.

Wer hohe Ansprüche mitbringt, muss unterm Strich festhalten: Ohne bewusste Kuration und Nachbearbeitung sind aktuell die meisten KI-produzierten Inhalte im besten Fall mittelmäßig, im schlimmsten Fall sogar minderwertig und fehlerbehaftet (das führte kürzlich zum Beispiel zu Googles eher ruppiger US-Einführung von „SGE“ bzw. „AI Overviews“).

Gleichzeitig ist zu betonen: KI hat auf jeden Fall viele sinnvolle Einsatzbereiche im Digital Marketing. Aus eigener Erfahrung können wir denjenigen zustimmen, die GenAI-Tools bei der Arbeit für ausgesprochen gute Assistenten und, insbesondere in der Startphase von Tasks, Produktivitätsbooster halten – wenn man um ihre Stärken und Limitierungen weiß.

Zu dem Ergebnis kam auch eine spannende Harvard-Studie namens "Navigating the Jagged Technological Frontier: Field Experimental Evidence of the Effects of AI on Knowledge Worker Productivity and Quality":

„Our results show that this generation of LLMs are highly capable of causing significant increases in quality and productivity, or even completely automating some tasks, but the actual tasks that AI can do are surprising and not immediately obvious to individuals or even to producers of LLMs themselves.“

Harvard Business School | Working Paper 24-013

Kurz gesagt ergab die Untersuchung: Wer auf seinem Feld bereits gut oder sehr gut ist, erledigt durch die sachgerechte Nutzung von GenAI-Tools diverse Tasks noch effektiver und besser. Zugleich warnen die Autoren der Studie: Wer die Tools auf einem Gebiet nutzt, für das sie eigentlich gar nicht geeignet sind – und wer selbst nicht die Kompetenz besitzt, das fundiert zu beurteilen –, dessen Leistung verschlechtert sich sogar.

Demnach sollte man den versprochenen KI-Verheißungen sowohl aufgeschlossen als auch aufgeklärt gegenübertreten – was wir von Anfang an versucht haben, da schnell klar wurde: Digital Marketer müssen sich mit GenAI intensiv auseinandersetzen. Einerseits, um fachlich up to date zu bleiben, andererseits, weil es dabei im Endeffekt um bessere Leistungen für Kunden und Partner geht.

Sich das Wissen um das Können von AI-Tools und die zu ihrer erfolgreichen Nutzung nötigen Skills anzueignen, halten wir im digitalen Marketing für eine der derzeit wichtigsten Prioritäten. Denn fest steht, dass KI-Know-how entscheidend für die effiziente Entwicklung und Umsetzung zukunftsorientierter Marketingstrategien sein wird.

Die Disziplinen SEO (Search Engine Optimization) und SEA (Search Engine Advertising) sind dafür ein gutes Beispiel, denn: Ihre Welt ändert sich nicht nur gerade durch KI – nein, sie hat sich längst verändert.

Havard-Studie: GenAI-Nutzung mit ("+ Overview") und ohne ("Only") äußere Prompting-Hilfe führten zu besser ("Quality") und zugleich kaum weniger ("Density") erledigten Aufgaben als beim Verzicht auf KI.

KI-Tools und Moccu: it’s a match!

Nach intensivem Tool-Testing haben sich eindeutige KI-Favoriten herausgeschält, die inzwischen fast täglich in unserem Arbeitsalltag zum Tragen kommen, nicht nur für SEO und SEA, sondern über alle Teams unserer Agentur hinweg.

Stand Mai ‘24 sind bei Moccu folgende KI-Tools im Einsatz:

  • ChatGPT Pro
  • Microsoft CoPilot (vormals Bing Chat)
  • Google Gemini (vormals Bard)
  • Claude.ai
  • Perplexity.ai
  • Dall.E 2
  • Midjourney
  • Ideogram.ai
  • Adobe Creative Suite AI Features und Firefly

Aufgrund unserer Praxiserfahrungen können wir Ihnen nachfolgend sehr konkrete Einblicke geben, wo und wie wir KI-Tools inzwischen routiniert einsetzen. Anhand der Disziplinen SEO und SEA teilen wir skalierbare Anwendungsfälle: So beschleunigt KI bei Moccu bereits Tasks und verbessert die Ergebnisse für unsere Kunden.

KI-Tools bei Moccu – Stand: Juli 2024

Unsere 10 Top-Praxisanwendungen von KI in SEO

Screenshot aus ChatGPT zeigt GenAI bei Tech-SEO im Einsatz

Unsere 5 Top-Praxisanwendungen von KI in SEA

Screenshot des AI-Assistenten in Google Ads

KI? Toll … aber – zu Risiken und No-Gos

Wie unsere Anwendungsbeispiele zeigen, haben sich viele unserer Herangehensweisen an SEO und SEA dank KI-Möglichkeiten bereits tiefgreifend verändert.

Wie alle GenAI-Nutzer stehen aufgrund der zugrunde liegenden LLM-Architektur allerdings auch wir vor noch ungeklärten urheberrechtlichen Fragen und sind uns gewisser Gefahren sehr wohl bewusst. Dazu gehört, dass wir insbesondere mit wörtlich übernommenen Texten und unbearbeiteten Bildern Gefahr laufen, ungewollt Duplikate zu verbreiten. Wie bereits angedeutet, neigen GenAI-Systeme zudem bekanntlich zu Fehlern und „Halluzinationen“.

Das heißt, dass ihre Nutzung zugleich mit einem großen Vertrauensvorschuss einhergehen muss: Je mehr Aufgaben und Abwicklungen wir in die Hände der künstlichen „Intelligenz“ legen, desto anfälliger machen wir unsere Arbeit für fundamentale Fehler. Es besteht etwa die Gefahr, dass sich SEA-Projekte durch komplette Automatisierung mit der Zeit in eine Richtung entwickeln könnten, die unerwünschte oder schädliche Ergebnisse erzeugen oder gar nichts mehr mit den definierten Unternehmenszielen oder Werten zu tun haben.

Anwendungsfälle, für die wir ChatGPT & Co. daher bewusst nicht nutzen:

  • die Erstellung kompletter, gebrauchsfertiger Texte
  • die automatisierte Vervielfältigung von abgewandeltem Content basierend auf einem wiederum AI-generierten Template
  • die Erstellung kompletter, gebrauchsfertiger Bilder
  • die ungeprüfte Nutzung exklusiv KI-erstellter Inhalte
  • das Auslagern kompletter Aufgabenbereiche auf AI-Assistenten
  • komplett AI-generierte und/oder -gesteuerte Google-Ads-Kampagnen
  • die Auswertung sensibler Daten und Informationen, es sei denn, wir können davon ausgehen, dass diese auf hiesigen Servern gespeichert und nicht für das Training des Large-Language-Models genutzt werden

AI fürs Grobe, Menschenhand für den Feinschliff

Während in den KI-Tools zweifellos eine große Chance für weit effizientere Arbeitsabläufe liegt, betonen wir zugleich die entscheidende Rolle der menschlichen Aufsicht und der bewussten strategischen Planung.

Von dieser Haltung werden wir bei Moccu nicht abrücken, denn am Ende zählen für uns Qualität und Innovation – beides Bereiche, in denen GenAI, zumindest nach aktuellem Stand, gerade mit ihren originalen Ergebnissen meist nicht gut abschneidet („Prompt Engineering“ hin oder her).

Fazit: Alles O.K., oder K.O. durch K.I.?

Die Entwicklungen um generative künstliche Intelligenz haben bereits begonnen, die Landschaft der Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenwerbung auf vielen Ebenen zu verändern. Das beinhaltet genauso Chancen wie Herausforderungen, und macht sich in der Praxis der Disziplinen – und damit unserer täglichen Arbeit – bereits vielfach bemerkbar.

Es liegt an uns: Als Digital-Marketing-Experten müssen wir bei Moccu die Entwicklungen genauestens im Auge behalten und unsere Methoden und Strategien daran entlang weiterentwickeln, um in diesem sich wandelnden disziplinären Umfeld weiter erfolgreich zu sein.

Adaptionsfähigkeit und Innovationsbereitschaft zählen jetzt, und das nicht einfach nur, damit wir weiterhin konkurrenzfähig bleiben, sondern vor allem, damit wir die Konkurrenzfähigkeit unserer Kunden weiterhin absichern können.

Unterm Strich sehen wir die Wandlung als Chance. Für SEO und SEA, sofern gekoppelt mit der fortschrittlichen Anwendung von KI-Technologien, öffnen sich zweifellos neue Türen zu maßgeschneiderten und effizienten Marketingstrategien.

Zwar dürfen wir „der KI“ auf keinen Fall in allen Belangen unkritisch alle Arbeit in die Hände legen. Trotz der Automatisierung bleiben etwa der Content-Feinschliff, die Interpretation der Daten oder die Einhaltung einer übergeordneten Strategie weiterhin die unverzichtbare Arbeit menschlicher Experten – kein SEO oder SEA sollte die Kontrolle hier vollständig abgeben.

Die zunehmende AI-Integration in Workflows und Routinen schafft aber zweifellos neue Möglichkeiten zur Verbesserung von Effizienz, Relevanz und Personalisierung, woraus etwa bessere Nutzererfahrungen und höhere Conversion-Raten samt gestiegener Umsätze resultieren können.

Wir konnten anhand von Search Engine Advertising und Search Engine Optimization hoffentlich anschaulich machen: GenAI ist nach aktuellem Stand mitentscheidend für die effiziente Entwicklung und Umsetzung zukunftsorientierter Marketingstrategien. Es ist klar: Beide Disziplinen werden sich weiter merklich verändern (müssen), um mit Erfolg auf ihre Auswirkungen zu reagieren und die Potenziale dieser Technologie ausschöpfen zu können.

Wichtige Fragen und Antworten

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Heiko Behrmann Content Strategist

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